Archiv für September 2010

Arbeitskampf bei den ZugbegleiterInnen

Unterstützt die kämpfenden ZugbegleiterInnen der S-Bahn Zürich!:

Zugbegleitung muss bleiben!
Hände weg von unserer Arbeit!

„Doch jenseits aller technischen Innovationen und Milliar-deninvestitionen ist sich die SBB bewusst, dass wahre Gastgeberqualitäten nicht zuletzt im täglichen Kunden-kontakt gelebt werden müssen“, steht im SBB-Kunden-maga¬zin via 6/2010. Damit wird auf dem Netz des Zür-cher Verkehrsverbundes (ZVV) schon bald Schluss sein. Wenn es nach dem Willen des ZVV-Managements geht, wären für die S-Bahn Fahrgäste spätestens ab 2012 in den Randstunden (ab 21 Uhr und in den Frühzügen an den Wochenenden) nicht mehr systematisch je zwei ZugbegleiterInnen (ZuS) ansprechbar bei Problemen. Rund 300 ZuS würden spätestens Ende 2011 ihre Stelle verlieren.

Diesen Abbau an Kundendienst versucht das ZVV-Management der bahnfahrenden Bevölkerung mit der Behauptung schmackhaft zu machen, durch den „flexible-ren Einsatz“ des neu zu schaffenden Sicherheitsdienstes unter der Leitung der SBB-Transportpolizei würde die Si-cherheit für Fahrgäste und Personal verbessert: „Daher sind vor allem bei der Gewährleistung der Sicherheit abends und nachts sowie generell bei der Effizienz der Einnahmensicherung differenziertere Massnahmen an-gezeigt, damit die Anzahl Schwarzfahrer klein und die Si-cherheitslage stabil bleibt“, heisst es in der Medienmittei-lung. Stabil wird die Sicherheitslage damit sicher nicht!

Einnahmensicherung mit der Bahnpolizei…

Von der Zugbegleitung bleiben für die Fahrgäste künftig nur noch Razzia ähnliche Grosskontrollen übrig: „Bei den künftigen Grosskontrollen kommen neu gleich mehrere Ticketkontrolleure, Sicherheitsmitarbeiter und Polizisten zum Einsatz. Ob letztere neben dem Schlagstock und dem Pfefferspray auch eine Schusswaffe tragen dürfen, muss der Bundesrat noch entscheiden.“ (20Minuten, 01.09.2010) Das wären dann neu die „wahren Gastgeberqualitäten“ der SBB! Der Fahrgast würde nicht mehr als Kunde, sondern als potentieller Schwarzfahrer behandelt. Kein Wunder, dass es bereits jetzt empörte Reaktionen gibt: „Gerade abends und nachts bin ich immer froh, hat es die Zugbegleiter auf den Zügen. Sie sind freundlich, nett und geben gerne Aus¬kunft. Ausserdem fühle ich mich sicher. Vor so Securitastypen, die aussehen wie aufgepumpte Knastis, hätte ich eher Angst. Sollte das so kommen, werde ich mir Alternativen einfallen lassen, denn mit der SBB werden ich dann nicht mehr fahren“, schreibt bei-spielsweise eine 20Minuten-Leserin.

Gezielte Hetzjagden auf Schwarzfahrer, die Transportpo-lizei mit einer Pistole bewaffnet, sofern der Bundesrat will, ebenso wie provozierendes Auftreten mit Schlag-stock und Pfefferspray, schüren erst recht Aggressionen und erzeugen unnötige Konflikte. Das würde bei den Fahrgästen zweifellos eine Stimmung der Angst schüren und Konflik-te heraufbeschwören, aber kaum zusätzliche Einkünfte verschaffen.

Wir sind für die Fahrgäste da und lassen uns nicht abschaffen!

Der Kostenspardruck muss wahrhaftig gross sein, wenn den Verantwortlichen nichts Gescheiteres eingefallen ist als ein derart undurchdachtes und unsinniges „Sicher-heitskonzept“! Managern, deren einzige Fähigkeit darin besteht, durch Arbeitsplatzabbau Personalkosten zu spa-ren, empfehlen wir, am besten bei sich selbst anzufan-gen… Und zwar nicht nur beim ZVV und bei den SBB!

Wir ZugbegleiterInnen sagen laut und deutlich NEIN zu einem „Sicherheitskonzept“ auf dem Buckel von Fahrgäs-ten und Personal! Wir kämpfen für unsere Arbeit und wol-len auch weiterhin für unsere Fahrgäste da sein! ZVV und SBB sind öffentliche Unternehmen und sollen der Bevölkerung dienen! Zusammen mit unseren Fahrgästen wehren wir uns für das bewährte Konzept der Zugbeglei-tung!

Wir fordern:

WEG MIT DEM UNSINNIGEN
SICHERHEITSKONZEPT!
ZUGBEGLEITUNG MUSS BLEIBEN!

Die kämpfenden ZugbegleiterInnen haben einen Blog aufgeschaltet: http://zusforever.blogsport.de/

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