Die SBB haben die Lohnverhandlungen abgebrochen. Die Lohnforderungen der Gewerkschaften wären zu hoch. Angesichts der Finanzkrise und der schlechten Lage der Pensionskasse sei der Spielraum für die Erhöhung der Lohnsumme zu klein, mehr als 1.9 Prozent läge nicht drin. Dabei haben die Gewerkschaften ihre Forderungen in vorauseilendem Gehorsam bereits stark gekürzt. Den ursprünglich geforderten Teuerungsausgleich von 2.6 Prozent reduzierten sie auf 1.5 Prozent und die generelle Lohnerhöhung von einem Prozent auf ein halbes.

Auf die Logik der SBB dürfen wir uns nicht einlassen, denn sie bedeutet für unser Leben nur Verschlechterung. Und wenn die Pensionskassensanierung im Frühjahr vom Staat keine Unterstützung erhält, sollen wir noch 6 Prozent mehr von unserem Lohn hergeben? Nein, vielmehr sollten wir der Forderung der Gewerkschaft von 3.6 Prozent noch die 6 Prozent der PK-Sanierung draufsetzen und mindestens 10 Prozent mehr Lohn fordern!

Machen wir uns aber keine Illusionen. Freiwillig wird uns niemand ein solches Rettungspaket geben. Auch die Gewerkschaften werden sich in der nächsten Verhandlungsrunde den Forderungen der SBB anpassen. Ein „Rettungspaket“ können wir uns nur selber beschaffen. Wie das gehen könnte, haben uns die Arbeiterinnen und Arbeiter des IW Bellinzona mit ihrem Streik dieses Jahr gezeigt: indem wir unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen und der wirtschaftlichen Logik eine klares Nein, nicht mit uns, entgegen schleudern!

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