Fragen&Antworten für Personal
SBB Cargo Turnaround

Wie geht es weiter bei SBB Cargo?
Heute Nachmittag hat der CEO Andreas Meyer die Bundeshausfraktionen persönlich über die Entscheide zu SBB Cargo orientiert und sich den Fragen der eidgenössischen Parlamentarier gestellt. «Im Fokus» fasst die Antworten, die am häufigsten gestellt werden, zusammen:

Welche Massnahmen hat der Verwaltungsrat der SBB verabschiedet?
Der Verwaltungsrat hat letzte Woche ein umfangreiches Massnahmenpaket für Cargo verabschiedet. Er rechnet mittelfristig mit Ergebnisverbesserungen von CHF 70 Mio. jährlich. Insgesamt werden 401 Stellen abgebaut, der Grossteil davon im sogenannten «Overhead». Mit der Konzentration auf weniger Standorte sollen zudem die Ressourcen besser genutzt werden. Die schwere Instandhaltung der Lokomotiven für die SBB wird künftig vom Personenverkehr geführt und in Yverdon konzentriert.

Wie geht es weiter in Bellinzona?
Die Instandhaltung der Güterwagen wird in Bellinzona fokussiert und im Rahmen eines Joint-Venture mit Privatunternehmen weiterentwickelt. In den Gesprächen mit den Vertretern der Bundeshausfraktionen warnte Andreas Meyer ausdrücklich davor, die Chance der für Bellinzona geplanten Zusammenarbeit mit privaten Partnern zu verkennen. Es wäre ein schwerer Schlag für das Projekt, die Standortgemeinden, den Kanton und die SBB, wenn der Widerstand in Bellinzona die privaten Partner ihr Interesse an einer gemeinsamen Lösung verlieren würden.

Was geschieht mit den Mitarbeitenden, deren Stelle abgebaut wird?
In diesen Fällen kommen die im GAV geregelten Bestimmungen zur Geltung: Alle Mitarbeitenden, die ihre Stelle aufgrund eines Reorganisations- und Rationalisierungsprojektes verlieren, treten in die für die berufliche Neuorientierung geschaffene SBB-interne Organisationseinheit über. Ab Zeitpunkt des Stellenverlusts treten die Betroffenen zum gleichen Lohn in das Projekt NOA über, wo die SBB Hand bietet für den Erwerb zusätzlicher Qualifikation sowie bei der Stellensuche auf dem internen und externen Arbeitsmarkt. «Es gibt keine Entlassungen. Für die Mitarbeitenden ist auch in dieser schwierigen Situation gesorgt», sagte Andreas Meyer heute im Gespräch mit den Fraktionsvertretern.

Wie geht es an den Standorten Yverdon, Biel und Freiburg weiter?
Das Kundenservice Center in Freiburg wird in die Zentrale in Basel integriert. Dies ergibt Synergien in der Produktion, Planung, Disposition und Verkauf. In Freiburg führt dies zum Abbau von 51 Stellen und der Verlagerung von114 Stellen nach Basel. Im Industriewerk Yverdon wird künftig die schwere Instandhaltung von Lokomotiven für die gesamte SBB konzentriert. Dies führt zum Abbau von 126 Stellen in Bellinzona, der Versetzung von 18 Stellen nach Chiasso und von mindestens 10 Stellen nach Yverdon. Insgesamt werden im Industriewerk Yverdon von SBB Personenverkehr 80 zusätzliche Arbeitsplätze aufgebaut. Das Industriewerk in Biel wird neu positioniert und verzichtet künftig auf den Kesselwagen-Unterhalt. Dies führt zu einer Verschiebung von 46 Stellen aus Biel nach Yverdon und Olten.

Wird SBB Cargo verkauft?
Nein, ein Totalverkauf steht nicht zur Diskussion. Um sich aber langfristig im sich konsolidierenden europäischen Schienengüterverkehrsmarkt zu behaupten, wird SBB Cargo künftig auf die Zusammenarbeit mit Partnern oder Gruppierungen mehrerer Partnerbahnen angewiesen sein. SBB Cargo ist eine attraktive Kooperationspartnerin, wie die verschiedenen Angebote zeigen. Die SBB hat die unternehmerische Aufgabe diese Angebote zu prüfen und danach zu beurteilen, ob sie einen nachhaltigen Beitrag zur strategischen Positionierung leisten, ob Geschäftsrisiken in nennenswertem Umfang mitgetragen und ob Beiträge zur Optimierung des Geschäftsergebnisses geleistet werden. Denkbar sind Kooperationen – auch ohne Teilverkauf.

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