Reaktionen: Angestellte des KSC und Gewerkschaften sind enttäuscht

Die Stimmung bei den Angestellten des KSC Freiburg sei sehr schlecht, sagte ein Mitarbeiter den FN. «Für mich ist es ein tragischer Tag. Der Mensch ist nichts mehr wert.» Die Unternehmensleitung habe dem Personal für seine gute Arbeit gedankt, um dann einen Entscheid zu kommunizieren, der sich gegen dasselbe richte. Ja, das sei zynisch. «Für die meisten von uns bedeutet dieser Entscheid nur Nachteile.»

«Politik hat uns nicht unterstützt»

Er sei enttäuscht von der Politik, diese habe die Cargo-Angestellten nicht unterstützt. «Warum haben wir keinen runden Tisch, Bellinzona hingegen schon?» Verkehrsminister Moritz Leuenberger hätte das entscheiden können. «In Basel werden Elsässer und Deutsche eingestellt. Das hat für mich nichts mehr mit einem Bundesbetrieb zu tun. Für die Westschweiz ist das enttäuschend.»
Der Angestellte, der anonym bleiben will, ärgert sich über die SBB-Spitze: «Es ist eine unverschämte Frechheit. Sie behaupten, dass die Verlegung nach Basel ein Bedürfnis der Kunden sei. Wir haben von diesen aber gehört, dass sie einen Verbleib in Freiburg wünschten.» Das dreisprachige KSC sein zudem europaweit einzigartig.
Claudia Portmann, eine andere Angestellte, sieht weniger schwarz. Sie werde versuchen, im Raum Bern etwas zu finden. Aufgrund ihrer kaufmännischen Ausbildung sei sie zuversichtlich. Einen Anreiz nach Basel zu gehen, gibt es für die zweifache Mutter aber nicht. Was den ausgehandelten Kompromiss angeht, ist sie hingegen skeptisch: «Wir werden sehen, ob die 50 bis 100 Arbeitsplätze kommen.»

«Das ist nur Kosmetik»

«Die Freiburger Regierung hat sich langfristige Privilegien gesichert, anstatt die heutige Situation verteidigt», sagte SEV-Gewerkschaftssekretär Eric Levrat. «Wir aber müssen hinter jedem einzelnen Arbeitnehmer stehen.» Er stelle fest, dass in der Vereinbarung nichts zur SBB Cargo stehe, obwohl deren Situation nach wie vor kritisch sei. Die Massnahmen seien nur Kosmetik. Levrat fragt sich, was der Nettogewinn des Deals für den Kanton sei. «Wo werden die Leute für das neue Personalzentrum rekrutiert. Kommen sie aus Bern, generiert der Kanton keine neuen Steuereinnahmen.» rsa

Quelle: Freiburger Nachrichten

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