SBB-Spitze fällt harte Entscheide

Der SBB-Verwaltungsrat traf sich am Donnerstagmorgen zu einer ganztägigen Sitzung mit zwanzig Traktanden. Das wichtigste hiess: «SBB Cargo».

Wegen jahrelanger Misswirtschaft und wegen zu vieler Doppelspurigkeiten an den diversen Cargo-Standorten musste Cargo-Chef Nicolas Perrin den neun Verwaltungsräten harte Massnahmen vorstellen. Diese wurden von einer Task-Force erarbeitet, welche SBB-CEO Andreas Meyer im August 2007 eingesetzt hat. Heute morgen ab sieben Uhr wird das Personal in Bellinzona und in Basel darüber informiert.

Laut dem TA vorliegenden Informationen sollen in Bellinzona, Basel, Fribourg und Biel bis zu 400 Stellen abgebaut werden. Dies ist mit einem Stellenausbau in der Lokomotiv-Werkstätte Yverdon verknüpft. Bis zu 200 Stellen sollen von Bellinzona nach Yverdon verlegt werden. Hart dürfte es wegen der bestehenden Doppelspurigkeiten auch Angestellte im Call- und Servicecenter in Fribourg treffen. Sie sollen teilweise in Basel weiterarbeiten – oder aber ins SBB-Programm «Neuorientierung und Arbeit» (NOA) aufgenommen werden. Personal aus dem Unterhaltswerk Biel soll dem Vernehmen nach ebenfalls nach Yverdon zur Arbeit reisen oder im NOA nach einem anderen Job suchen müssen.

Der Stellenabbau trifft zudem administrativ tätige Cargo-Mitarbeiter in Basel. Die SBB-Spitze will die Zentrale in Basel auf die Grösse einer «marktüblichen Administration» reduzieren, was etwa 100 Stellen kosten könnte. Diese Massnahmen sollen helfen ein Defizit von rund 90 Millionen zu bewältigen. Rückstellungen in derselben Höhe soll die SBB zur Bewältigung der Krise bereit stellen müssen.

Zwei der neun verantwortlichen Verwaltungsräte werden demnächst zurücktreten: Mario Fontana, Arbeitsgruppe Informatik und Corporate Governance sowie Paul E. Otth, Arbeitsgruppe Güterverkehr.

Quelle: Tagesanzeiger

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