Massiver Stellenabbau bei SBB Cargo
Mit dem Abbau von 401 Stellen und der Umlagerung von Aufgaben soll die defizitäre SBB Cargo wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden. Das Sanierungspaket bringt jährlich Einsparungen von 70 Millionen Franken.

Nach tiefroten Zahlen in den Vorjahren und einem operativen Verlust in Höhe von 87,9 Millionen Franken im vergangenen Jahr zog die SBB-Spitze nun die Notbremse. Die Entscheide seien «wohlüberlegt und notwendig», sagte SBB-Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d‘Epinay vor den Medien in Bern.

In Bellinzona, Basel, Freiburg und Biel fallen 401 der total 4455 Stellen weg. Der Stellenabbau erfolgt gestaffelt. Von den 401 verschwindenden Stellen entfallen 300 auf die Verwaltung, den so genannten Overhead. Davon sind 65 Stellen wegen des seit letztem Herbst geltenden Anstellungsstopps bereits vakant.

Betroffen ist vorab der Hauptsitz von SBB Cargo in Basel. Zudem wird das Kunden Service Center in Freiburg aufgelöst und in die Zentrale in Basel integriert. 51 Stellen in Freiburg werden abgebaut; sie sind Teil der 300 abzubauenden Overhead-Stellen. 114 Stellen werden von Freiburg nach Basel verlagert.

Im SBB-Werk Bellinzona gehen 126 Stellen verloren. 18 Stellen sollen nach Chiasso verlegt werden und mindestens 10 Stellen nach Yverdon VD, wo künftig der Grossunterhalt sämtlicher SBB-Elektrolokomotiven abgewickelt wird. Das Industriewerk Yverdon der SBB erhält zusätzliche 80 Arbeitsplätze.

Dafür wird Bellinzona neu zentraler Standort für die Instandhaltung der Güterwagen mit 200 Stellen und einem Auftragsvolumen von 20 000 Güterwagen pro Jahr.

Weil der SBB-Gesamtarbeitsvertrag keine Entlassungen vorsieht, werden die Betroffenen im Rahmen des Projekts «Neuorientierung und Arbeit» (NOA) weiterbeschäftigt. Die SBB hilft bei der internen oder externen Stellensuche mit oder sorgt für die Weiterbildung.

SBB Cargo schloss das Geschäftsjahr 2007 mit einem operativen Verlust von 87,9 Millionen Franken. Zusammen mit Rückstellungen für die jetzt angekündigte Restruktutierung in Höhe von 102,5 Millionen beläuft sich der Verlust auf insgesamt 190,4 Millionen Franken.

Quelle: espace.ch

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