BLS-Präsident hält nichts von Fusion mit SBB Cargo
Eine Fusion der Güterverkehrstöchter von SBB und BLS kommt für den Verwaltungsratspräsidenten der BLS, Hans Lauri, nicht infrage. Die BLS sei im Wettbewerb unter den Bahnen gut aufgestellt und sehe keinerlei Grund, diesen Vorteil aufzugeben, sagte Lauri in einem Interview des Zürcher «Tages-Anzeigers» (Mittwochausgabe).

Eine Fusion, wie sie auf politischer Ebene gefordert wird, wäre für die BLS von grossem Nachteil, weil sie die bestehenden Partnerschaften untergraben und die heutige Positionierung von BLS Cargo schwächen würde, sagte der BLS-Präsident.

Die Deutsche Bahn, mit der die BLS Cargo seit 2001 zusammenarbeitet, würde aus der Partnerschaft aussteigen und den Gütertransit selber fahren. Damit gingen in der Schweiz viele Arbeitsplätze und einiges an Wertschöpfung verloren. Wer nach einer Fusion rufe, müsse bereit sein, die damit verbundenen substanziellen Risiken zu tragen.
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Zudem könne ein Zusammenschluss nicht einfach verordnet werden, weil die BLS Cargo eine privatrechtliche AG sei.

Der frühere Berner SVP-Regierungs- und Ständerat zeigte sich auch irritiert über den Vorwurf der Rosinenpickerei, der gegen die BLS erhoben werde. Offen gab er sich aber gegenüber einer engeren Zusammenarbeit mit SBB Cargo. Hier liege sicher noch einiges drin.

2007 hat BLS Cargo im Gegensatz zur SBB-Güterverkehrstochter erneut einen Gewinn erzielt, und zwar «schöne schwarze Zahlen», wie Lauri sagte.

Quelle: Basler Zeitung

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