In Bellinzona gibt die Unia den Ton an

Die Gewerkschaft Unia vertritt nur wenige Cargo-Arbeiter von Bellinzona. Doch im Streik ist sie präsenter als die andern Arbeitnehmerorganisationen. Diese stört das aber nicht.

Sie dominiert das Bild: Ihre Fahnen waren bei der grossen Demonstration vom letzten Samstag in Bellinzona über den ganzen Umzug verteilt und nicht zu übersehen.

Und sie gibt den Ton an: Mit Gianni Frizzo hat die Unia einen kämpferischen Wortführer vor Ort. Der 52-jährige Elektromechaniker der SBB-Werkstätte hätte am liebsten schon letztes Jahr gestreikt, als die Bahn bereits gut 50 Stellen abbaute – gleichzeitig aber neue Investitionen zusagte (TA vom Mittwoch). Damals ist er noch der gemässigten Mehrheit unterlegen. Jetzt hat sich die Linie des Unia-Mitglieds durchgesetzt, und Frizzo ist der unangefochtene Führer des Streiks.

Wer sich vor Ort ein Bild macht, stellt darum fest: In Bellinzona tritt die Unia am lautstarksten auf. Dabei vertritt sie nur gerade eine Minderheit der SBB-Werkstätten-Arbeiter. Die Mehrheit, gut zwei Drittel, sind beim Eisenbahnerverband (SEV) organisiert, ein paar Dutzend gehören zur christlichen Gewerkschaft Transfair, einige weitere sind in gar keiner Gewerkschaft und der Rest zählt zur Unia.

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