Yverdon. – Die SBB prüfen auch die Variante, den Unterhalt aller Lokomotiven von Yverdon nach Bellinzona zu verlegen. Dies habe er den Tessiner Regierungsräten im Hinblick auf die Gespräche am runden Tisch zugesagt, erklärte Konzernchef Andreas Meyer gestern am Rand der SBB-Cargo-Sonderdebatte.

Für Philippe Burkhardt, der in den SBB-Werkstätten Yverdon das beim Eisenbahnerverband organisierte Personal vertritt, ist diese Nachricht neu. Die rund 350 Mitarbeitenden in Yverdon warten derzeit ausschliesslich Rollmaterial für den Personenverkehr der SBB, namentlich die Lok 2000 und die ICN-Neigezüge. Den Unterhalt der im Güterverkehr eingesetzten Lokomotiven gab Yverdon 2003 an Bellinzona ab. Gemäss Meyers bisherigem Restrukturierungsplan wäre dies nun rückgängig gemacht worden.

Meyer hatte am 7. März angekündigt, die SBB wollten den Lokomotivunterhalt von Güter- und Personenverkehr in Yverdon konzentrieren. Dafür planen die SBB dort rund 80 zusätzliche Arbeitsplätze. Laut Burkhardt löste dies in Yverdon «keine Freudenschreie» aus. Denn vor acht Jahren drohte dem Standort Yverdon wie nun Bellinzona die Schliessung. Danach investierten die SBB aber stark in die Infrastruktur, um die ICN zu warten. Für Burkhardt macht daher ein Abbau im Waadtländer Städtchen keinen Sinn. Möglicherweise gelingt es der SBB aber, mit der Diskussion dieser Variante die Tessiner zu besänftigen und so eine Gotthardblockade an Ostern zu verhindern.

Quelle: Tages-Anzeiger

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