SBB Cargo: Das Sorgenkind
SBB Cargo wird auch dieses Jahr keine schwarzen Zahlen schreiben können. Ein weiterer Stellenabbau ist deshalb sehr wahrscheinlich. Ein Verkauf wird aber ausgeschlossen.

Ein Verkauf von SBB Cargo sei kein Thema, sagte der scheidende SBB-Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d‘Epinay in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS. Um einen weiteren Stellenabbau werde das Unternehmen aber nicht herumkommen.

«Der liberalisierte Markt lässt nicht zu, dass mögliche operative Verbesserungen auf die lange Bank geschoben werden», erklärte Lalive d‘Epinay. Rationalisierungen werde es in vielen Bereichen geben, so etwa im Unterhalt. Wie es sich für die SBB gehöre, werde man aber gute Lösungen finden.

Die roten Zahlen der Gütertransport-Tochter der SBB werden den Verwaltungsratspräsidenten noch den Rest seiner Amtszeit beschäftigen. Den Grund für seien Rücktritt seien die Probleme bei SBB Cargo aber nicht. «Im Gegenteil. Das wäre für mich ein Grund gewesen zu bleiben», sagte er.

Auch der Zeitpunkt seines Rücktritts habe nichts mit dem Ergebnis der SBB Cargo zu tun. Die Zahlen für das letzte Jahr will das Unternehmen im März bekannt geben. Vielmehr habe er dem Bundesrat genug Zeit einräumen wollen, einen Nachfolger zu suchen. «Den findet man nicht in sechs Monaten», ist Lalive d‘Epinay überzeugt.

35 Millionen Defizit
Nach dem Rücktritt von Daniel Nordmann im letzten August muss nun sein Nachfolger Nicolas Perrin versuchen das Ruder herumzureissen. Denn im ersten Halbjahr 2007 verzeichnete SBB Cargo, wie schon in der entsprechenden Vorjahresperiode, erneut ein Defizit von rund 35 Millionen Franken.

SBB-Chef Andreas Meyer führt dies unter anderem darauf zurück, dass SBB Cargo beim Verkauf mehr auf den Umsatz denn auf die Rentabilität geschaut hat.

Meyer hatte in der «NZZ am Sonntag» bereits letzten Dezember von der Möglichkeit eines Stellenabbaus gesprochen. Der Schweizerische Eisenbahnerverband (SEV) wartet indes immer noch auf konkrete Informationen, wie SEV-Sprecher Peter Moor auf Anfrage sagte.

Quelle: Tagesanzeiger

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