Camioneure könnten einsteigen
Die privaten Transportunternehmungen fürchten einen Verkauf von SBB Cargo an ein ausländisches Bahnunternehmen. Nun prüfen sie eine eigene Beteiligung.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag hat eine Task Force gebildet, um eine tragfähige schweizerische Lösung für SBB Cargo zu suchen. Die Lösungsvorschläge sollen am kommenden Montag präsentiert werden.

Die Aussagen des scheidenden SBB-Verwaltungsratspräsidenten Thierry Lalive d‘Epinay, ein Verkauf des Cargobereichs der SBB stehe momentan nicht zur Diskussion, hätten bei den Schweizer Transportunternehmen und bei der Astag kaum zur Beruhigung beigetragen, heisst es in einer Mitteilung. Für das auch im Bahnbereich tätige Transportgewerbe sei es von zentraler Bedeutung, dass jetzt endlich eine tragfähige Lösung für die Zukunft von SBB Cargo gefunden werde.

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden sei, dass SBB Cargo auch für das vergangene Jahr ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe schreiben werde, hätten Gerüchte über einen möglichen Verkauf an die französischen Staatsbahnen SNCF oder an die Deutsche Bahn die Runde gemacht. Dies habe bei der Astag Befürchtungen ausgelöst, die von SBB-Seite selbst angekündigte Lösung für das Cargogeschäft der SBB könnte in ein Monopol in ausländischen Händen münden. Die Gefahr sei latent vorhanden, dass der Cargobereich er SBB zu einem zweiten Fall «Swissair» werden könnte, schreibt die Astag.

Deshalb sei in diesen Tagen eine Task Force ins Leben gerufen worden. Diese Gruppe von Astag-Mitgliedern, der nebst Zentralpräsident Carlo Schmid vor allem die im Bahnbereich führenden schweizerischen Transportunternehmen angehörten, werde bis Anfang kommender Woche die Eckpunkte ausarbeiten, wie es mit SBB Cargo weiter gehen könnte. Die Lösungsvorschläge sollen am kommenden Montag der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Quelle: Tagesanzeiger

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