Eine neue, fantasievolle Streikform wurde 1984 in Kanada entwickelt: der UnStrike. Das Fahrpersonal im öffentlichen Dienst von Vancouver wehrte sich gegen Lohnabbau und Leistungserhöhungen. Doch die Gewerkschaft war finanzschwach und sah einen klassischen Streik als zu riskant an. Auch musste befürchtet werden, dass in der betroffenen Öffentlichkeit wegen der gewerkschaftsfeindlichen Medien keinen Rückhalt zu finden. Also versahen die BusfahrerInnen und Mechaniker dennoch ihren Dienst wie gewöhnlich, zogen aber statt Uniformen Jeans und T-Shirts mit Streikparolen an. Einige verkleideten sich als Clowns. Billette wurden keine kassiert. Die Fahrgäste erhielten Flugblätter zur Information. So entstanden Diskussionen nicht nur über den Unstrike, sondern auch über den Nulltarif im Nahverkehr. Die BusfahrerInnen gewannen Sympathie und Verständnis für ihre Forderungen. Die Transportbehörde musste teilweise einlenken. Der Unstrike machte Schule, es gab seither weitere in den USA.

UnStrike bei Starbucks Kanada

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